<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Brasilienprojekt &#187; Reise</title>
	<atom:link href="http://brasilienprojekt.org/category/reise/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://brasilienprojekt.org</link>
	<description>Unsere Patenschaft mit dem Kinderprojekt Gonzalinho in Cáceres, Brasilien</description>
	<lastBuildDate>Sun, 18 Apr 2010 13:03:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Aufenthalt in Cáceres</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/08/aufenthalt-in-caceres/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/08/aufenthalt-in-caceres/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 16:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=97</guid>
		<description><![CDATA[Viereinhalb ereignisreiche  Wochen in Cáceres liegen nun hinter uns. Neben einer Woche auf zwei verschiedenen Landbesetzungen, wo wir die Arbeit der MST kennengelernt haben, und zwei aufregenden Tagen auf einem Hausboot im tropischen Pantanal verbrachten wir den hauptteil unseres Aufenthalts in Cáceres, einer 100.000-Einwohner-Stadt im Staat Mato Grosso, wo wir unglaublich offene und gastfreundliche Leute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viereinhalb ereignisreiche  Wochen in Cáceres liegen nun hinter uns. Neben einer Woche auf zwei verschiedenen Landbesetzungen, wo wir die Arbeit der MST kennengelernt haben, und zwei aufregenden Tagen auf einem Hausboot im tropischen Pantanal verbrachten wir den hauptteil unseres Aufenthalts in Cáceres, einer 100.000-Einwohner-Stadt im Staat Mato Grosso, wo wir unglaublich offene und gastfreundliche Leute kennenlernen durften.</p>
<p>Neben der Arbeit im Gonzalinho-Projekt und dem Besuch im Menschenrechtszentrum (Centro de Direitos Humanos Dom Máximo Biennés) informierten wir uns zusätzlich über andere soziale Projekte, wie z.B. die Natalinho-Schule, in der es gemischte Klassen mit behinderten und normal lernfähigen Schülern gibt; unterhielten uns mit Padre Salemao, der mit seinem Projekt für die Rechte und Anerkennung indigener Völker kämpft oder besuchten die nationale Bewegung für Straßenkinder (Movimento National de Meninos e Meninas da Rua).Dabei erfuhren wir einige wesentliche Dinge über Cáceres, die Geschichte der Stadt und die Probleme der Einwohner.</p>
<p>In der 230 Jahre alten Stadt leben mittlerweile 100.000 Menschen. Damit ist Cáceres die viertgrößte Stadt im Staat Mato Grosso, liegt allerdings, was die Lebensqualität (IDH) angeht, nur auf Platz 58. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bewohner beträgt nur 63,4 Jahre-Der Durchschnitt von ganz Brasilien ist dagegen deutlich höher, nämlich 71 Jahre. Sicher hängt dies damit zusammen, dass es in Cáceres nur ein einziges Krankenhaus für ungefähr 300.000 Menschen aus Stadt und Umgebung gibt; die medizinische Versorgung ist dementsprechend schlecht: die Kindersterblichkeit liegt bei 25,6 Todesfällen pro 1000 Kinder. Außerdem kommt es durch große Drogenprobleme (Cáceres liegt nahe an der bolivischen Grenze und ist stark von Drogenschmuggel und -konsum betroffen) immer wieder zu Drogentoten oder Ermordeten.</p>
<p>Cáceres ist im Prinzip keine arme Stadt; hier gibt es die zweitgrößte Fleischproduktion von Mato Grosso. Allerdings ist der Reichtum, wie so oft in Brasilien, ungerecht verteilt, sodass es überwiegend arme und sozial schwache Familien gibt: 60 % der Stadtbevölkerung leben auf 3,03 % des Stadtgebiets, welches insgesamt 25 km² beträgt.</p>
<p>Die Bevölkerung ist folgendermaßen aufgeteilt: 44,5 % der Menschen haben indigene Wurzeln oder stammen von den Sklaven aus Afrika ab, 43 % sind Interkulturelle und 12, 5 % sind Weiße, die zum größten Teil portugiesischer oder spanischer Herkunft sind. 31,2 %, d.h. fast ein Drittel der Menschen in Cáceres leben unter der Armutsgrenze; 23,6 % gehören zur Mittelklasse und nur 6,3 % machen die Oberschicht aus.<br />
Die Analphabetenrate liegt bei 9,4 %, was damit zusammenhängt, dass es viel zu wenig Schulen gibt und viele Kinder nur eine &#8220;Basisausbildung&#8221; erlangen. Diese Basiserziehung ist nicht besonders gut; wer es sich leisten kann, geht auf eine private Schule, die im Vergleich zu den öffentlichen Schulen eine sehr gute Bildung anbietet. Somit ist die bessere Schulbildung mehr oder weniger für die reiche Oberschicht reserviert und soziale Ungleichheiten, die durch einen Mangel an Bildung entstehen, können kaum beseitigt werden.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stadt Cáceres die Verhältnisse in Brasilien wiedergibt: Im Prinzip sind Reichtum und Fortschritt vorhanden, jedoch liegen sie fest in den Händen der Oberschicht, die nur einen ganz kleinen Teil der Bevölkerung Brasiliens ausmacht. Der Großteil der Einwohner besitzt nur wenig und hat kaum Zugang zum vorhandenen Reichtum; dies ist der Grund für die zahlreichen sozialen Probleme Brasiliens.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/08/aufenthalt-in-caceres/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Pantanal</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/08/das-pantanal/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/08/das-pantanal/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 11:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=90</guid>
		<description><![CDATA[Am 23./24.8. machen wir uns auf zu einem Ausflug ins Pantanal. Während wir morgens per Motorboot zu unserem Chalet (Hausboot) fahren, fällt uns schon die Schönheit der Natur und die Artenvielfalt auf: Wir sehen Jacarés, Tuiuiu und andere bunte Vögel. Doch das hochkomplexe Biosystem Pantanal lernen wir erst am Abend, bei einem Vortrag kennen: Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23./24.8. machen wir uns auf zu einem Ausflug ins Pantanal. Während wir morgens per Motorboot zu unserem Chalet (Hausboot) fahren, fällt uns schon die Schönheit der Natur und die Artenvielfalt auf: Wir sehen Jacarés, Tuiuiu und andere bunte Vögel.</p>
<p>Doch das hochkomplexe Biosystem Pantanal lernen wir erst am Abend, bei einem Vortrag kennen: Das Pantanal ist das größte Überflutungsgebiet der Welt und liegt im Grenzgebiet von Brasilien, Bolivien und Paraguay. Jedes Jahr durchläuft es zwei Phasen: eine Trockenperiode und eine Regenzeit, welche ausschlaggebend für das biologische Gleichgewicht sind. In der Trockenzeit besteht das Pantanal aus dem Rio Paraguay, seinen Nebenflüssen und Waldgebiet. In der Regenzeit steigen die Flüsse sosehr an, dass die Waldgebiete größtenteils überflutet werden und es nur noch wenige Inseln gibt, die trocken bleiben. Die Flusssedimente werden vom Regen aufgewühlt; dadurch erreicht die Wasserpflanzen weniger Licht und ihre Sauerstoffproduktion durch Photosynthese sinkt. Der verringerte Sauerstoffgehalt im Wasser löst ein vermehrtes Fischsterben aus. Im ersten Moment mag das Fischsterben zwar bedenklich erscheinen, jedoch ist es Teil der natürlichen Nahrungskette im Pantanal: Die toten Fische dienen den Kaimanen und Vögeln während ihrer Brutzeit als Nahrung. Die Regenzeit hat auch Auswirkungen auf den Flusslauf. Während der Fluss normalerweise von Norden nach Süden fließt, entsteht während der Regenzeit das so genannte „Pulsierende Wasser“. Das geringe Gefälle von 1cm pro Kilometer löst aus, dass das Wasser, das vor allem im Süden abgeregnet wird, sich nach Norden verteilt und somit eine vorübergehende Richtungsänderung des Rio Paraguays zu Folge hat.</p>
<p>Der Rio Paraguay, der der Hauptfluss des Pantanals ist, wird auch als Verkehrsweg genutzt. Riesige Floße fahren kilometerweite Strecken, um Waren wie Mehl oder Reis zu transportieren. Unglücklicherweise sind diese Floße zu groß, um die zahlreichen Kurven des Flusses problemlos zu befahren. Sie stoßen in den Kurven ans Ufer, tragen einen Teil davon ab, zerstören die Vegetation und zusätzlich reißt der Wellengang der Frachter die gelockerten Sedimente mit sich. Über Jahre hinweg wird so der Fluss begradigt und Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen zerstört werden. Zum Schutz der Natur gibt es bereits ein Gesetz, welches die Größe der Frachter begrenzt. Da dem Staat aber leider mehr am Geld, das der Schiffsverkehr einbringt, als am Umweltschutz liegt, wird die Umsetzung des Gesetzes nicht oder kaum kontrolliert.<br />
Es hat uns sehr betroffen gemacht, dass diese wunderschöne und einzigartige Naturwelt nur des Geldes wegen zerstört wird, wenn sich weiterhin nichts ändert.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/08/das-pantanal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Centro de Direitos Humanos</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/08/centro-de-direitos-humanos/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/08/centro-de-direitos-humanos/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 21:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=81</guid>
		<description><![CDATA[Am 18.8.08 statten wir dem Centro de Direitos Humanos, dem Menschenrechtszentrum, einen Besuch ab. Dieses Zentrum wurde vor 20 Jahren gegründet, aus der Notwendigkeit, Menschen zu helfen, die sich in einer schwierigen Situation befinden. So setzt sich beispielsweise die brasilianische Regierung laut den Mitarbeitern des CDH viel zu wenig für die Rechte indigener Populationen ein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 18.8.08 statten wir dem Centro de Direitos Humanos, dem Menschenrechtszentrum, einen Besuch ab. Dieses Zentrum wurde vor 20 Jahren gegründet, aus der Notwendigkeit, Menschen zu helfen, die sich in einer schwierigen Situation befinden. So setzt sich beispielsweise die brasilianische Regierung laut den Mitarbeitern des CDH viel zu wenig für die Rechte indigener Populationen ein, sodass diese Völker immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden. Im Menschenrechtszentrum arbeiten vier fest angestellte Personen und mehrere Freiwillige. Es gibt Sponsoren, darunter Misereor und ein brasilianischer Sponsor, die die Aktion unterstützen.</p>
<p>Früher hat sich der Kampf für die Menschenrechte vor allem auf von der Diktatur Unterdrückte oder Gefangene konzentriert, heute hat sich der Kampf ausgeweitet auf Lebensweise, Freiheit, Kultur, Gerechtigkeit und Freizeit. Das Ziel, dass jeder Mensch frei leben und frei Entscheidungen treffen kann, ohne von Anderen behindert zu werden, wird auf unterschiedliche Art und Weise verfolgt. Die Mitarbeiter des CDH begleiten die Menschen bei Gerichtsverfahren, organisieren Protestmärsche und Seminare, betreiben Aufklärung und unterstützen Projekte, insbesondere solche, die sich um Jugendliche kümmern.</p>
<p>Die größten Probleme Brasiliens sind laut CDH die ungerechte Landverteilung, d.h. viel Land in den Händen weniger Großgrundbesitzer bzw. ausländischer Firmen, während die meisten Kleinbauern gar kein Land besitzen; die Diskriminierung von Indianern, denen man kein Territorium zuspricht, obwohl es ihnen zustehen würde und die Korruption im Land. Auch Sklavenarbeit, in der westlichen Welt oft als ein Problem vergangener Tage angesehen, gehört in Brasilien immer noch zu den Themen, die Menschenrechtler vor eine Herausforderung stellen. Allein im letzten Monat konnten 300 Sklavenarbeiter von ihren Fazendas, auf denen sie unter menschenunwürdigen Umständen leben und arbeiten mussten, befreit werden.</p>
<p>Erfolge hingegen ließen sich schon erzielen beim Durchsetzen von Gesetzen für Kinderschutz und gegen häusliche Gewalt, oder beim Kampf um Frauenrechte.</p>
<p>Nachdem die deutschen Schülerinnen und Schüler einen kleinen Einblick in den Alltag des Zentrums erhalten haben, stehen viele Fragen offen: In welchen Fällen ist Abtreibung in Brasilien erlaubt? Gibt es Diskriminierung von Homosexuellen? Und wie sieht es mit Sterbehilfe aus? Als allgemeine Antwort lässt sich sagen, dass all diese Dinge in der Gesellschaft noch keine wesentliche Bedeutung haben, da bislang gravierendere Probleme im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Zudem hat die katholische Kirche einen starken Einfluss auf Leben und Wertvorstellung der Menschen und auch auf das CDH, dessen Mitglieder wie die meisten Brasilianer stark gläubig und Mitglieder der Kirche sind.</p>
<p>Durch diese Diskussion zum Nachdenken gebracht, verliessen einige Teilnehmer die Gesprächsrunde mit dem festen Vorsatz, ihr Verständnis für die brasilianische Realität im Gespräch mit den Gastfamilien zu vertiefen und sich in Zukunft intensiver mit Menschenrechten zu beschäftigen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/08/centro-de-direitos-humanos/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wir erleben die Realitaet von Brasiliens Kleinbauern hautnah</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/08/wir-erleben-die-realitaet-von-brasiliens-kleinbauern-hautnah/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/08/wir-erleben-die-realitaet-von-brasiliens-kleinbauern-hautnah/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 21:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=52</guid>
		<description><![CDATA[Araputanga – Es ist heiss. Am Himmel ist weit und breit keine Wolke zu sehen. Dabei ist es doch erst neun Uhr. Spaetestens jetzt verstehen wir, warum die Bauern in Brasilien Fruehaufsteher sind: später ist es schlichtweg zu heiss für die ohnehin schon schweisstreibende Arbeit auf dem Feld. Zwischen uns bekannten Pflanzen wie Tomaten, Salat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Araputanga – Es ist heiss. Am Himmel ist weit und breit keine Wolke zu sehen. Dabei ist es doch erst neun Uhr. Spaetestens jetzt verstehen wir, warum die Bauern in Brasilien Fruehaufsteher sind: später ist es schlichtweg zu heiss für die ohnehin schon schweisstreibende Arbeit auf dem Feld. Zwischen uns bekannten Pflanzen wie Tomaten, Salat und Karotten entdecken wir auch solche, die uns bisher fremd waren: Maniok, Gilo, Jaca, Papaya, komisch geformte Kürbisse und viele andere.</p>
<p>Nach einiger Zeit sind die Körbe mit Gemüse und Früchten gefüllt. Heute sind diese für die Schulen in den umliegenden Gemeinden bestimmt. Die Regierung kauft dabei Kleinbauern ihre biologisch angebauten Erzeugnisse ab, um ein ausgewogenes und gesundes Schulessen zu gewährleisten. Hierbei handelt es sich um eines der wenigen Programme der Brasilianischen Regierung, die den Bedürftnissen der Kleinbauern in Brasilien Rechnung tragen (PEA: Programacão para Educacão e Alimentacão). Insgesamt ist die Agrarpolitik Brasiliens völlig auf die in riesigen Monokulturen produzierten Exportgüter wie z.B. Soja und Zuckerrohr ausgerichtet.</p>
<p>Dass diese Gemüse und Früchte hier auf der vor 8 Jahren legalisierten Landbesetzung “Florestan Fernandes” angebaut werden können, ist keine Selbstverständlichkeit: Etwa 80% des bebaubaren Agrarlandes Brasiliens sind in Besitz von 10% der Bevölkerung, oft als brachliegendes Spekulationsland. Auf diese Tatsache hat die Brasilianische Regierung bereits vor Jahrzehnten mit einem Gesetz reagiert, welches besagt, dass unproduktives Land gegen Entschädigung von Staat enteignet und umverteilt werden kann, um mehr soziale Gerechtigkeit zu erreichen. Dies ist im Sinne vieler Kleinbauern und Besitzloser.</p>
<p>Die MST (Movimento dos trabalhadores rurais sem terra = Bewegung der Landarbeiter ohne Land) hat sich der Umsetzung dieses Gesetzes in die Realität verschrieben, so wie dies auch bei der Landbesetzung “Florestan Fernandes”, die die Schüler besuchten, der Fall war. Im Jahr 2000 wurde die Besetzung (Acampamento) nach drei Jahren legalisiert und das Land den Kleinbauern zur Nutzung freigegeben. Solche Ansiedlungen werden dann Assentamentos genannt. 156 Familien leben heute dort, arbeiten alleine oder in Kollektiven bzw. Kooperativen zusammen. Auch wenn es manchmal Schwierigkeiten birgt, bringt gerade die Kooperation mehrerer Familien viele Vorteile: So können sie sich Dinge leisten, für die ein Einzelkaempfer länger arbeiten muss, wie z.B. einen Traktor oder Kanalisation. Gleichzeitig erhöht sich die Effizienz, wenn alle zusammenarbeiten und sich die verschiedenen Aufgabenfelder geeignet aufteilen koennen. Dieses Prinzip ist ganz im Sinne der MST, denn schon bei den Landbesetzungen wird Zusammenarbeit großgeschrieben: trotz der ständigen Bedrohung der Räumung durch Brasiliens Militärpolizei bauen sich die Familien eine gemeinsame Infrastruktur auf. So gibt es z.B. auf dem Acampamento “Silvio Roriguez”, welches die Schueler ebenfalls besuchten, eine eigene kleine Schule, eine Apotheke und Gemeinschaftsräume sowie gemeinsame Brunnen. Das Acampamento wartet aber auch schon 6 Jahre auf seine Legalisierung.</p>
<p>Insgesamt lebten wir vier Tage auf dem Assentamento Florestan Fernandes und erlebten neben dem Arbeiten auf dem Feld noch vieles anderes und machten die Erfahrung umwerfender Gastfreundschaft: Obwohl die Menschen in der Agrarkooperative selbst sehr wenig besitzen, wurden wir mit offenen Armen herzlich aufgenommen: “Wir haben kein Klo und kein Bad, aber die Leute sind so lieb, da macht das gar nichts”. Einige von uns halfen beim Kühe melken oder lernten, den traditionellen Bohnentopf (“feijao”) zu kochen, den es hier mit Reis täglich zum Mittag- und zum Abendessen gibt. Zu unserem Abschiedsfest wurde ein grosses Grillfest geplant, zu dem extra eine Kuh geschlachtet wurde! So endete unser Aufenthalt mit einem leckeren Essen, Caipirinha, Musik, Tanzen und geselligem Beisammensein, bei dem sich noch einmal viele Gelegenheiten zur Unterhaltung mit unseren brasilianischen Gastgebern ergaben. Wir haben uns hier so wohl gefühlt, dass wir fast gar nicht mehr weg wollten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/08/wir-erleben-die-realitaet-von-brasiliens-kleinbauern-hautnah/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erste Eindruecke aus Cáceres</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/08/erste-eindruecke-aus-caceres/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/08/erste-eindruecke-aus-caceres/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Aug 2008 21:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=49</guid>
		<description><![CDATA[Als wir nach vielen Stunden Flug und einigen Flugzeugwechseln endlich in Cuiaba landen, ist die Reise leider noch lange nicht zu Ende. Erst müssen wir noch eine dreistündige Fahrt in einem Reisebus älteren Modells auf uns nehmen, bevor wir unsere zukünftigen Gastfamilien kennenlernen können. Wie wir nach unserer Ankunft in Cáceres gleich merken, sind wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir nach vielen Stunden Flug und einigen Flugzeugwechseln endlich in Cuiaba landen, ist die Reise leider noch lange nicht zu Ende. Erst müssen wir noch eine dreistündige Fahrt in einem Reisebus älteren Modells auf uns nehmen, bevor wir unsere zukünftigen Gastfamilien kennenlernen können.</p>
<p>Wie wir nach unserer Ankunft in Cáceres gleich merken, sind wir alle bei sehr herzlichen und zuvorkommenden Leuten untergebracht. Zwar fehlen uns hin und wieder noch die passenden Worte, doch wir haben ja alle glücklicherweise unser kleines gelbes Wörterbuch dabei, das stark zur Verständigung beiträgt. Unsere kleinen und grossen Abenteuer in Cáceres und Umgebung können also beginnen.</p>
<p>Wie gut, dass wir alle ein Fahrrad zur Verfügung gestellt kriegen, sodass wir Cáceres erkunden können. An den ersten Tagen ist erstmal Stadt kennenlernen, Ausruhen und Baden am Strand angesagt, wir müssen uns zunächst an das ungewohnt heisse Klima und die brasilianischen Lebensgewohnheiten gewöhnen: Morgens früh raus, mittags Siesta halten, weil es einfach zu heiss für alles ist, abends um sechs die letzten Sonnenstrahlen nutzen.<br />
Was die Zeit betrifft, ist hier auch vieles anders. Kein Mensch kommt pünktlich; auf den Bus wartet man gewöhnlich eine halbe Stunde; aber keiner, der sich deswegen aufregen würde. Man siehts gelassen, hält noch ein Schwätzchen, trinkt noch einen Kaffee (“Cafezinho”) und die Zeit vergeht auch.</p>
<p>Natürlich haben wir unsere Zeit nicht nur faul verbracht, sondern bereits mit unseren Familien oder in der Gruppe auch die eine oder andere Einrichtung in Cáceres kennengelernt. Auch haben wir schon auf dem Grundstück, auf dem das Haus des Gonzalinho-Projekts entstehen soll, gearbeitet: Wir haben gemeinsam mit den Brasilianern den gesamten Bauplatz “gerodet”, so dass der Bau jetzt losgehen kann!</p>
<p>Heute haben wir uns Hängematten, Seile und Moskitonetze gekauft, um für die nächste Woche, die wir auf dem Land verbringen werden, gerüstet zu sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/08/erste-eindruecke-aus-caceres/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Brasilien &#8211; wir kommen!</title>
		<link>http://brasilienprojekt.org/2008/07/brasilien-wir-kommen/</link>
		<comments>http://brasilienprojekt.org/2008/07/brasilien-wir-kommen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 11:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Fink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://brasilienprojekt.org/?p=47</guid>
		<description><![CDATA[Heute Abend geht es los &#8211; wir fliegen nach Brasilien. Zuerst über Paris nach Sao Paulo, und dann weiter nach Cuiabá, von wo wir mit dem Bus weiter nach Càceres fahren. Dort erwarten uns dann unsere Gastfamilien, die uns ganz bestimmt herzlich aufnehmen werden. Wir sind gespannt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend geht es los &#8211; wir fliegen nach Brasilien. Zuerst über Paris nach Sao Paulo, und dann weiter nach Cuiabá, von wo wir mit dem Bus weiter nach Càceres fahren. Dort erwarten uns dann unsere Gastfamilien, die uns ganz bestimmt herzlich aufnehmen werden. Wir sind gespannt <img src='http://brasilienprojekt.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://brasilienprojekt.org/2008/07/brasilien-wir-kommen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
