Solidarisch sein – Mundschutz nähen

Wie die Nachrichten über Städte wie Jena zeigen, die Mundschutzpflicht eingeführt haben, schützen auch einfache, selbstgenähte „community-Masken“, und zwar die Menschen um uns herum. Einer der Gründe, warum bei uns (anders als z.B. in Österreich) noch keine allgemeine Mundschutz-Pflicht eingeführt wurde, ist, dass es zu wenige zu kaufen gibt. Die Nachfrage ist groß, während die Produktion nicht nachkommt.

Deshalb initiiert die Brasilien-AG jetzt eine Solidaritätsaktion, bei der wir noch Helfer brauchen:

Wir nähen einfache Stoffmasken gegen Spenden. Mit dem Erlös dieser Spenden finanzieren wir den Kauf von Schutzausrüstung und Lebensmitteln für unsere Partner in Brasilien. Besonders für unsere indigenen Freunde ist das Corona Virus bedrohlich, weil sie durch den geringeren Kontakt mit der restlichen Bevölkerung ein anders entwickeltes Immunsystem haben. Daher hat sich auch sofort mit Beginn der Krise das gesamte Dorf, mit dem uns unsere Partnerschaft verbindet, in freiwillige Quarantäne begeben. Unsere finanzielle Unterstützung hilft ihnen, die nächsten Monate ohne Kontakt zur Außenwelt zu überleben, bis die nächste Ernte fällig ist und sie ihre Subsistenz-Wirtschaft (d.h. Selbstversorgung) auf die neue Lage umgestellt haben.

 

 

Auch für die Familien der Kinder, die in unserem Partnerprojekt Gonzalinho in Cáceres betreut werden, haben wir begonnen Warenkörbe zu finanzieren, die den Grundbedarf an Lebensmitteln und Hygieneartikeln decken. Denn durch die Ausgangsbeschränkungen sind momentan viele Eltern erwerbslos und in Brasilien gibt es nicht wie bei uns Kurzarbeitergeld oder Sozialhilfe. Ein Großteil der Produkte für diese Notfall-Kisten, die das Gonzalinho-Team den Familien an die Haustür liefert, kaufen wir direkt bei den Kleinbauern der Region, denn sie haben jetzt auch Schwierigkeiten, ihre Waren abzusetzen. Unsere Partner von der MST sind in Genossenschaften organisiert, über die wir die Erzeugnisse
direkt nach Cáceres liefern lassen können. Bis jetzt (Stand Mitte April) haben wir 4000 € an unsere Partner überwiesen.

Wie kann man an der Näh-Aktion teilnehmen?

Es gibt viele Anleitungen im Internet, die mit und ohne Nähmaschine funktionieren. Man braucht ein Quadrat aus 20×20 cm Stoff. Die Innenseite wird mit hygienischem Mull-Tuch genäht, das man doppelt nimmt. Hierfür hat uns dankenswerterweise das Metzinger Babyartikel-Geschäft Prinzess 100 Stück gesponsert, aus jedem Tuch kann man 8 Masken nähen. Auch für den Außenstoff stellen wir euch Stoffe zur Verfügung. Für die Nasenform eignet sich Blumendraht, der Draht aus einem alten Schnellhefter oder der Verschluss einer Toastbrot Packung.

 

 

Die Stoffe und Bändel sind ab sofort vor dem Haupteingang der Schule in Kisten gelagert und können dort abgeholt werden, auch Nadel und Faden. Bitte nehmt euch nur so viel, wie ihr auch verbrauchen könnt und macht die Kisten danach wieder zu.

Manche von euch wohnen ja nicht direkt in Metzingen und kommen nicht so geschickt zur Schule. Bitte fahrt nicht Bus, das ist in diesen Zeiten ein unnötiges Risiko. Sprecht euch lieber untereinander ab, irgendwer hat sicher Lust eine kleine Fahrradtour zur Schule zu machen und kann den anderen im gleichen Ortsteil alles mitbringen.
Ein Mull-Tuch reicht für 8 Masken, bitte werft den Rest nicht weg, sondern teilt es unter euch auf oder gebt den Rest zurück.

Wenn ihr gerne mehr als einen Mundschutz nähen möchtet, nehmt ihr euch einfach mehr Material mit. Ihr dürft welche für eure Großeltern, Eltern und Freunde nähen, und natürlich freue ich mich auch, wenn ihr welche als zum Weiterverkaufen gegen Spende zurückgebt. Hängt dann einfach einen Zettel mit eurem Namen an den Mundschutz, damit ich weiß, wer ihn netterweise gespendet hat. Gerne dürfen sich auch eure Eltern und andere Schüler und Kollegen an den Stoffen bedienen, denn je mehr in diesen Zeiten produziert werden, umso besser.

Vielleicht habt ihr es schon gelesen: Ab Montag, den 27. April, gilt in Geschäften, Zügen und Bussen Mundschutzpflicht. Ein Grund mehr, viele für sich und andere herzustellen.

 

Viel Spaß beim Nähen! Eure Brasilien-AG


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