Ein eigenes Haus für das Gonzalinho-Projekt!

Es gibt bewegende Neuigkeiten: In den letzten Jahren mussten die Kinder des Gonzalinho- Projekts immer wieder umziehen; erst von den provisorischen kirchlichen Räumen in die Grundschule des Stadtviertels, dann trafen sie sich eine zeitlang im Garten von Valéria, einer der Betreuerinnen. Dieses Hin und Her wird bald vorbei sein. Denn die Brasilianer werden mithilfe unserer Spenden und des Arbeitseinsatzes unserer Schüler ein eigenes Haus bauen! Damit wird das Projekt noch mehr Kontinuität und Professionalität ermöglichen und die Kinder werden das Gefühl haben, dort wirklich „zuhause“ sein zu können.

Gestern haben die drei jungen Frauen, die die Kinder betreuen, Suellen, Evelyn und Valéria, zusammen mit der Rektorin der Grundschule, Maria Luiza Rodrigues Neves, den Kaufvertrag für das Grundstück unterzeichnet, auf dem das Kinderhaus nun entstehen soll. Es liegt in Cáceres im Stadtteil Cavalhada, in dem die Kinder auch leben und zur Schule gehen. Das Stück Land hat 4000,-€ gekostet. Es ist zum Teil von dem Gewinn der Projektwoche am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium im Jahr 2007 gekauft worden und zum Teil von dem Geld der Daueraufträge unserer Spender.

Einen entscheidenden Anteil am Gelingen dieses Kaufs und überhaupt an der Idee eines eigenen Kinderhauses hatte unsere ehemalige Brasilien-AG-Schülerin Laura, die von September 07 bis Februar 08 im Gonzalinho-Projekt mitgearbeitet hat. (Diese Möglichkeit haben übrigens alle an unserer Schule, die ein solches freiwilliges soziales Auslandsjahr machen möchten.) Es hat sich bestätigt, wie wichtig ein so direkter persönlicher Kontakt ist. Ohne ihre Arbeit dort hätten Suellen, Evelyn und Valéria nicht den Mut gehabt ein so großes Vorhaben anzugehen (und auch nicht das Vertrauen, dass wir sie nicht auf halber Strecke hängen lassen!). Laura hat viel vermittelt, auch zwischen uns und der Trägerorganisation des Gonzalinho-Projektes in Cáceres, dem „Movimento Nacional dos Meninos e das Meninas da Rua“ (MNMMR, bundesweite Straßenkinderorganisation), so dass dieser Prozess in Gang gekommen ist und wir den Brasilianern die Sicherheit geben konnten, dass wir wirklich willens und in der Lage sind, die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen.

Bis jetzt haben wir regelmäßig jeden Monat 500,- € gespendet, davon erhalten Suellen, Evelyn und Valéria je ein „salario minimo“ (= brasilianischer Mindestlohn), außerdem wird Essen und Arbeits- bzw. Spielmaterial für die Kinder davon bezahlt.

Daran soll sich auch während der Bauphase nichts ändern. Deshalb haben wir vor, eine noch viel breiter als bisher angelegte Fundraising-Kampagne zu starten. Wer sich daran beteiligen möchte, kann uns eine kurze Mail schreiben, dann schicken wir Plakate und/ oder Flyer, in denen mit weiteren Fotos und detaillierteren Informationen für die Unterstützung des Hausbaus geworben wird.
Wir sind auch sehr dankbar für Kontakte zu weiteren Sponsoren und Unternehmen, die das Projekt unterstützen möchten.

Der Hausbau wird sofort beginnen, so dass die Metzinger, die in den Sommerferien dieses Jahres zum Jugendaustausch nach Brasilien reisen, dort noch einen Teil der Bauphase miterleben und auch Hand anlegen werden.

Um den Bau zunächst vorzufinanzieren, werden wir einen Privatkredit aufnehmen, den wir dann in den nächsten Jahren – hoffentlich weiterhin mit der Hilfe vieler Spender – zurückzahlen werden.

Unser Ziel ist, dass die Gonzalinho- Kinder nächstes Jahr sagen können: „Esta casa é nossa casa!“- „Dieses Haus ist unser Haus!”.

Mit freundlichen Grüßen,
Katja Polnik, Mirjam Mundle und die Brasilien-AG


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